Erster Lauf zur ProtoChampSeries



"Historic Challenge Kyritz"
am 1.Mai auf dem Flugplatz Kyritz/Heinrichsfelde



KYRITZ UND DAS WETTER

Das Internet berichtete es Tage vorher: es soll nicht schön werden. Aber: das war ein großer Irrtum! Strahlender Sonnenschein bei 22 Grad begleiteten uns, es war ein warmer Sommertag und das am ersten Mai! Und viele Teilnehmer sind sogar ohne einen Regentropfen angereist und wieder heimgefahren...

KYRITZ UND KYRITZ

Am Anfang stand ein Telefonanruf in der Stadt Kyritz. Nachdem viele Flugplätze per Internet "vorgeprüft" wurden, hatte ich schnell den Verantwortlichen für Wirtschaftsförderung und Kultur, Herrn Peter Wohlfeil, an der Strippe. Ich erklärte kurz die Regularien der ProtoChampSeries - und Herr Wohlfeil antwortete sehr schnell: das machen wir hier, das muss nach Kyritz. Da ahnte ich noch nicht, wie sehr uns Herr Wohlfeil unterstützen würde. Zunächst einmal überzeugte er den Bürgermeister der Stadt Kyritz, das war nicht schwer. Bei einer ersten Besichtigung des Flugplatzes - der in natura noch schöner als im Computer war - wurde gleich alles Wesentliche festgezurrt: hier ist das Fahrerlager, da stehen die Zuschauer, hier werden Parkplätze sein, dieser Hangar steht zur Verfügung - es ging alles zack-zack. Im Februar machte ich gemeinsam mit Leo Schiewek, Günter Renardy und Peter Hanke eine weitere Besichtigung des Platzes um allerletzte Details abzusprechen. Wie ernst es Kyritz war, merkte ich einige Tage später: jetzt war bereits der zweite Zeitungsartikel erschienen, dieser berichtete von unserem Besuch...
Eine kleine Sensation war aber auch der Zuschauerandrang: teilweise waren alle Parkplätze belegt, das Fahrerlager war von sehr interessierten Zuschauern sehr gut besucht und an der Strecke lauschten mehrere hundert Zuschauer neben den optischen auch den akustischen Genüssen...

KYRITZ UND DER VORABEND

Nach und nach trafen fast alle Teilnehmer im Fahrerlager ein - Willi Budzynski und sein Team waren mit mir sogar schon am Vorabend angereist. Das war auch lustig! So genossen wir schon den ersten Abend in sehr gemütlicher Runde: die Teilnehmer, die sich größtenteils natürlich nun schon gut kennen, freuten sich auf das Wiedersehen...

KYRITZ UND DER VERANSTALTUNGSABLAUF

Nachdem die Strecke sehr übersichtlich und auch für die Zuschauer sehr gut einsehbar ist, konnten mehrere Fahrzeuge gleichzeitig in die Startaufstellung rollen - hier wurde das Feld im Sekundenabstand immer paarweise für etwa 25 Minuten auf die Strecke geschickt. So bot sich dem Betrachter ein herrlich buntes Bild aus ganz unterschiedlichen Fahrzeugen: Designstudien & Prototypen, historischen Sportwagen, tollen Rennsportwagen - und auch einem Elektrofahrzeug, dem straßenzugelassenen JetCar Elektro von Christian Wenger-Rosenau aus Wuthenow, welches zum großen Erstaunen aller Zuschauer sehr flott um die Kurven fegte...

Schnell hatten sich die Teilnehmer an das Prozedere gewöhnt: Start war um 11.00 Uhr, die ersten beiden Läufe zur Gleichmäßigkeitsfahrt waren bis 12.00 Uhr absolviert, dann kamen eine halbe Stunde die Flugzeuge dran - und dann wieder wir ebenfalls für 'ne halbe Stunde - und dieser Wechsel dauerte dann bis 17.00 Uhr an - mit vollen Starterfeldern. Tja, und das war natürlich die Voraussetzung, dass viele Teilnehmer bis zu 170 Kilometer abspulten ...

Ein herzliches Dankeschön geht an dieser Stelle auch wieder einmal an Klaus Kieschke, der extra angereist war, um wieder einmal das Amt des souveränen Fahrtenleiters - und dies vor allem im Fahrerlager - mit viel Freude (so berichtete er mir) auszuüben!

KYRITZ UND DER WETTBEWERB

Ach ja, es ging ja noch um ein paar Pokale... Schon optisch erkennbar war, dass der Ultima GTR von Michael Hollmann mit seinen 650 Chevy-PS (und Straßenzulassung!) in der selben Tempoliga fuhr wie Leo Schiewek auf seinem schönen Chevron und Frank Winter auf seinem technisch perfekt laufenden Rex - einem absoluten Einzelstück, seinerzeit von Professor Jürgen Stockmar 1975 gebaut und von Harald Ertl gefahren. "Ich wollte dieses Fahrzeug einmal soweit bringen, dass es mit Leos Chevron vergleichbar ist, das hab ich jetzt wirklich geschafft" freute sich Frank - und stieg gleich wieder zu den nächsten Runden ins Cockpit. Aber auch Neuling Thomas Häberer fühlte sich sichtlich wohl im Pollmann SuperSportsRoadster, einem schnellen Show-Car aus dem Jahre 2002: "Da kommt ja richtig Rennfeeling auf, wenn die Schnellen so schön laut an mir vorbeiziehen..." Aber auch der himmelblaue Wunderkäfer von Peter Hanke sah wieder viele ungläubige Gesichter: wie kann ein Käfer nur so schnell sein? "Das weiß ich jetzt auch nicht" antwortete Peter mit dem breitesten Grinsen am Platz. Natürlich sieht der Veranstalter mal in die Nennungsunterlagen. Unter Leistung und Hubraum steht hier nur das Wörtchen "genügend".... Ebenso war (mal wieder) die Gesamtleistung des Duos Hanke/Käfer einzustufen: erster Platz vor Michael Hollmann und Frank Winter!

In der Klasse der RaceChampSeries war auch bald alles klar: Olli Grahmann (sein Abarth hatte gesundheitliche Probleme, drum der Start mit dem Pininfarina) gewann hier mit der sagenhaften Differenz von nur fünf hundertstel Sekunden vor Hardy Hensel in seinem auch akustisch so wertvollem NSU (der nach langer Reparatur wieder da ist, Gratulation Hardy!) und dem Jaguar D-Type von Michael Thalacker aus Hamburg. Eine Anmerkung noch hierzu: Michael braucht keinen Anhänger - dieses Fahrzeug reist stilgerecht auf eigener Achse an! Und der Sound: genauso war es in den späten 50er und frühen 60er Jahren, ein sonor-kräftiges Brummen in unterer Tonlage bei Beschleunigung mit zusätzlichem auspuffnasalem Sopran garniert, besser geht es einfach nicht... So mausert sich die erst im letzten Jahr ins Leben gerufene Klasse der RaceChampSeries zu einem sehr attraktiven unterschiedlichem Teilnahmefeld - denn in dieser Gruppe startete auch Leo mit seinem Chevron, Axel Gnutzmann in seinem Renn-Kadett und Heiko Budzynski auf seinem seltenen Alfa Giulietta SS. Pech für Timmi: Lagerschaden in der 3. Runde, ab da Spaß im Fahrerlager...

Gut besucht war auch die Gruppe der SportsChampSeries - in welcher es eine kleine Sensation gab: den ersten und zweiten Platz belegten die (bei uns) Neueinsteiger Katia Grosjean und Henner Ruth, beide auf perfekten Triumph TR 3, die im übrigen sehr schnell waren. Großer Applaus bei der Siegerehrung! Aber die Damenwelt hat diese Gruppe fest im Griff: Norma Niemann auf ihrem rennbereiften Porsche 911 gelang der Sprung auf den dritten Platz - "Na, das kickt ja wieder"... Um die folgenden Plätze rangelten sich Peter Barharn auf seinem Alfa GTV (durchaus auch mal etwas neben der Strecke gefahren), Torsten Ewers (leider war sein einer Jaguar im Service und der andere ging einen Tag vor der Abreise kaputt), Sebastian Schmidt-Isenbeck (die Startnummer 7 verwächst langsam mit seinem oliv-mattfarbenem Porsche...), Harald Reiners (ohne Pudelmütze - vielleicht ein Fehler) sowie Günter Renardy (wannschlägterihn?) und Vater & Sohn Marcus Klippgen in einem Jaguar E-Type, bei dessen Anblick ich wieder weiß, warum genau dieses Fahrzeug mein absoluter Jugendtraum war: so schön grazil, elegant, schlicht aber auch reich und wertig, das ist es einfach. Klar, dass die sauber gezeichneten Weißwandreifen (diese waren seinerzeit eigentlich nur für die USA gedacht) diesen Auftritt noch unterstreichen... Interessant auch Marcus Anmerkung zu seinem Fahrzeug: "Ja, meiner ist hier vielleicht die Diva unter den Teilnehmern, die anderen, na, das sind schon eher die tollen Punk-Rock Ladies..." Ganz ehrlich: treffender hätte man es nicht formulieren können, auch wenn es von Marcus wohl eher so im Spaß gesagt wurde...

KYRITZ UND DER SAMSTAGABEND

Das ist wieder schnell erzählt: toll war es. Super Gemütlichkeit in einem schönen Hotel Mühlenhof in Wusterhausen bei einem schönen Buffet, welches keine Wünsche offen ließ. Schluß war um 4.00 Uhr. Grund: die Bar war leer.

Und hier nun die Ergebnisse:

ProtoChampSeries

Platz 1: Peter Hanke, Neumünster, VW Käfer Spezial (0,28 sec.)

Platz 2: Michael Hollmann, Berlin, Ultima GTR (0,33 sec.)

Platz 3: Frank Winter, Dedelstorf, Rex Rennsportwagen (0,50 sec.)

Platz 4: Christian Wenger-Rosenau, Wuthenow, Jetcar Elektro (0,87 sec.)

Platz 5: Willi Budzynski, Eggerode, Ferrari Dino (1,17 sec.)

Platz 6: Gert Pollmann, Böhmfeld, Heritage 09 (1,42 sec.)

Platz 7: Thomas Häberer, Stuttgart, Supersportsroadster, (3,46 sec.)

Punktestand der ProtoChampSeries nach dem ersten Lauf:

Platz 1: Peter Hanke, 9 Punkte

Platz 2: Michael Hollmann, 6 Punkte

Platz 3: Frank Winter, 4 Punkte

Platz 4: Christian Wenger-Rosenau, 3 Punkte

Platz 5: Willi Budzynski, 2 Punkte

Platz 6: Gert Pollmann, 1 Punkt

Platz 7: Thomas Häberer

RaceChampSeries

Platz 1: Frank-Oliver Grahmann, Osterrönfeld, Pininfarina (0,05 sec.)

Platz 2: Hartwig Hensel, Kiel, NSU 1200 C (0,11 sec.)

Platz 3: Michael Thalacker, Meilsdorf/Holstein, Jaguar D-Type (0,16 sec.)

Platz 4: Leo Schiewek, Garbsen, Chevron B 16 (0,52 sec.)

Platz 5: Axel Gnutzmann, Rumohr, Opel Kadett (1,93 sec.)

Platz 6: Heiko Budzynski, Eggerode, Alfa Giulietta SS (3,90 sec.)

Platz 7: Rainer Timm, Berlin, Lotus Super Seven (o. W.)

Punktestand der RaceChampSeries nach dem ersten Lauf:

Platz 1: Frank-Oliver Grahmann, 9 Punkte

Platz 2: Hartwig Hensel, 6 Punkte

Platz 3: Michael Thalacker, 4 Punkte

Platz 4: Leo Schiewek, 3 Punkte

Platz 5: Axel Gnutzmann, 2 Punkte

Platz 6: Heiko Budzynski, 1 Punkt

Platz 7: Rainer Timm

SportsChampSeries

Platz 1: Katia Grosjean, Braunschweig, Triumph TR3A (0,18 sec.)

Platz 2: Henner Ruth, Braunschweig, Triumph TR3A (0,19 sec.)

Platz 3: Norma Niemann, Hamburg, Porsche 911 (0,71 sec.)

Platz 4: Peter Barharn, Kiel, Alfa Alfetta GTV (1,10 sec.)

Platz 5: Torsten Ewers, Oldenburg, DB SLK (1,30 sec.)

Platz 6: Sebastian Schmidt-Isenbeck, Berlin, Porsche 993 (1,40 sec.)

Platz 7: Harald Reiners, Hamburg, Alfa-Romeo Giulietta (1,40 sec.)

Platz 8: Günter Renardy, Hildesheim, Ferrari 348 (2,13 sec.)

Platz 9: Marcus Klippgen, Hamburg, Jaguar E-Type (3,04 sec.)

Punktestand der SportsChampSeries nach dem ersten Lauf:

Platz 1: Katia Grosjean, 9 Punkte

Platz 2: Henner Ruth, 6 Punkte

Platz 3: Norma Niemann, 4 Punkte

Platz 4: Peter Barharn, 3 Punkte

Platz 5: Torsten Ewers, 2 Punkte

Platz 6: Sebastian Schmidt-Isenbeck, 1 Punkt

Platz 7: Harald Reiners

Platz 8: Günter Renardy

Platz 9: Marcus Klippgen