ERSTER LAUF ZUR PROTOCHAMPSERIES



"Historic Challenge Kyritz" am 5.Mai auf dem Flugplatz Kyritz-Heinrichsfelde



KYRITZ


Das Einhalten der Termine war sehr einfach: eine Uhr dazu benötigte man nicht.
Immer wenn es anfing zu regnen war das das untrügliche Zeichen, dass "es weitergeht"...
Tja, diesmal hatten wir wettertechnisch einfach Pech - aber das tat der Super-
Stimmung im Fahrerlager keinen Abbruch. Was übrigens schon am Freitag im
Waldschlösschen (prima Treffpunkt & prima Hotel mit tollen Zimmern!) und vor
allem am Samstag deutlich unter Beweis gestellt wurde.

Schon im Vorfeld wurden wir wieder sehr engagiert von der Stadt Kyritz unterstützt: Die Bürgermeisterin, Frau Görke und Frau Ferner taten alles, um uns das organisatorische Leben zu erleichtern. Wieder einmal perfekt war die Zusammenarbeit mit dem Tower - es ist zu spüren, dass man sich über all die Jahre gut kennt und sich gegenseitig zu 100% aufeinander verlassen kann - immerhin wechselt ja am Veranstaltungstag Flugbetrieb mit "Rennbetrieb" sehr schnell...

DER VERANSTALTUNGSTAG

Ok, jeder wusste schon am Morgen, dass das kein Sonnentag werden würde (wobei es übrigens in Hamburg den ganzen Tag Sonnenschein hatte, wie gemein...). Aber insgeheim hoffte natürlich jeder Fahrer, dass es irgendwann einmal eine trockene Piste geben würde, das hatte uns eigentlich das tolle Inter"nett" ja versprochen. Aber das Flugplatzwetter sagte uns was anderes. Und so kam es dann auch: genau in den vier Stunden unseres Wettbewerbes (von 10-12:00 Uhr und von 14-16:00 Uhr) regnete es - und in der Pausenzeit war die Strecke doch so schön abgetrocknet... Oder wie Peter Hanke es in seiner unnachahmlichen Art formulierte: "Mein lieber Gert, ich gratuliere Dir zu Deiner exakten Wetterprognose..."

Wenn man ins Fahrerlager sah, war es aber zumindest dort sehr heiter. Ich stand ja die o.a. Zeiten am Start, um die Fahrzeuge ein- und auszuwinken. Und immer, wenn es grad mal still war, schallten Lachsalven (ich glaub die lauteste kam von Harry Read, halt McLarengerecht) aus dem Hangar.

Trotzdem wurde fleißig gefahren, zumindest die Fahrzeuge mit etwas Regenschutz waren unglaublich lange auf der Strecke. Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle an den "Rennstallbesitzer" Günter Renardy: bei der Siegerehrung konnte man den Eindruck gewinnen, dass dies eine Ferrari-Veranstaltung gewesen sein könnte, soviele Zeiten wurden auf "Ferrari" erzielt. Aber nur deshalb, weil Günter sein Fahrzeug rundenlang allen Teilnehmern der Prototypen zur Verfügung gestellt hatte, "das die auch mal nach 700 Kilometer Anfahrt in die Wertung kommen". Ein schöner Beweis für das Miteinander aller Teilnehmer, das hab ich noch nirgends so erlebt.

Zu Beginn gab es gleich Kuchen: Willi hatte Geburtstag! Tosender Applaus und das entsprechende Lied - gesungen von allen Teilnehmern. Kann es was besseres geben?

Ein weiterer Höhepunkt war natürlich die allererste Fahrt von Harry Junior auf dem 9,2-Liter McLaren mit immerhin 900 PS bei einem Gewicht von nur 800 kg. Vater fuhr das Auto warm und dann war (in der Testzeit am Samstagmorgen, wo die Strecke noch trocken war) der Sohn dran. Mutter Doris war ganz still unter ihrem stilvollen Hut. Vater Harry gab klare Kommandos. Aber alle berechtigte Sorge der Eltern war umsonst. Harry jun. hatte sich gut vorbereitet: Er fuhr wunderbar und machte einfach keinen Fehler. Mutter Doris schaute entspannt und verbarg ihre Aufgeregtheit mit der Erstellung vieler Fotos, Vater Harry murmelte etwas von "mein Sohn".... Beachtenswert: obwohl Vater Harry erlaubte, dass Harry jun. die ersten Runden im einsetzenden Regen noch fahren dürfte, bog er ins Fahrerlager ein und stellte den Donnervogel ab. "Das hatten wir so ausgemacht". Es gab aber noch einen weiteren "Junior" im Feld: Roman Salewski war den herrlich blauen BBM-Porsche C2 aus dem Jahre 1972 (ein französischer Prototyp, eigentlich mal entworfen für Bergrennen) zwar schon einmal gefahren, freute sich aber sichtlich über jeden weiteren Kilometer. Der aufmerksame Betrachter konnte dies trotz weißem Gesichtstuch erkennen...

Ein immer wieder herrlicher Anblick ist der wunderschön gezeichnete Chevron von Leo Schiewek, allein schon das Grün... Leo fuhr erst sehr spät "hinaus" - aber schon mit bloßem Auge war zu erkennen, wie unglaublich schnell dieses Auto ist. Aber auch sein "ewiger Rivale" Frank Winter kann fahren: er war der Einzige, der während der Regenphase auf der Strecke war: unglaubliche Fahrzeugbeherrschung!

Für das Auge gab es noch sehr viel weiteres zu sehen: zwei Alpine, ein himmelblauer von Hellmuth Fricke, der andere davon in einer 289er-Tiger Version von Heiko Bösling: toller Sound aus den beiden Auspuffrohren, welche diesen Namen noch verdienen. Und nicht langsam, der Mini von Heiko Budzynski auf der Strecke. Da lies er sich auch nicht von seiner hübschen Beifahrerin ablenken... Was moderne Fahrwerkstechnik heute kann, zeigte uns eindrucksvoll Werner Sigge mit seinem Wiesmann. Pfützen oder sowas irritierten ihn und sein Fahrzeug nicht. Ein schönes Bild geben auch immer die Tourenwagen ab: sehr schön anzusehen war die Mercedes-Heckflosse von Jens Schröder und natürlich wieder der Kadett von Axel Gnutzmann, der irgendwie bei der regennassen Fahrbahn in jedem erdenklichen Winkel fuhr... und immer verfolgt von seinem Freund "Kleintiere und Kinder bitte aus dem Ansaugbereich" Wolfgang Schareyka in seinem "Orange-Beetle". Und die Einheit blauer-Käfer und Peter Hanke - nun das braucht der Chronist wohl kaum zu erwähnen... Und genauso treu ist uns der herrlich originale Alfa von Harald Reiners. Ein so ehrliches Auto - mit Bereifung in Originaldimension und in Originallack. Einfach toll, dass ich vor etwa 12 Jahren Harald mal ne Einladung nach Hohwacht hinter die Windschutzscheibe gesteckt hatte...

Aber auch sehr flott unterwegs war "immer-ein-neues-Auto-Martin-Jastorff", diesmal hatte er sich einen Dreiliter BMW Z3 Coupe gekauft und fährt jetzt nach MG, Corvette, Porsche 964 und 911 dieses Fahrzeug bei der "Historic Challenge"... Schön, dass auch Alexa Pollmann wieder mit von der Partie war, sie hatte offensichtlich viel Spaß mit dem roten Irmscher 7 - mit doch etwa 140 PS und breiten Reifen sicherlich kein sehr einfaches Unterfangen an diesem Tag. Pech hatte Markus Graf: auf der Anfahrt von Karlsruhe gab sein Jaguar bei Potsdam auf. Aber nicht er selbst: er drehte seine Runden mit viel Spaß auch auf diesem "Seven". Und aber sicher: auch der andere Seven war da: der Original-Lotus Super-Seven von Rainer Timm, sauschnell mit Mechaniker Otto "Backen ohne Mehl", mehr wird nicht berichtet. Richtig Pech war natürlich das Wetter für Klaus-Peter Zimmermann mit seinem "Baum Rennsportwagen" - ein herrlich pragmatisches Formelrennfahrzeug aus dem Jahre 1951 mit 151 PS...

DIE ERGEBNISSE

Ach ja, die Ergebnisse: Sieger bei den RaceChampSeries: Axel Gnutzmann.
Sieger bei den Coming Classics: Martin Jastorff. Sieger bei den SportsChampSeries:
Jens Schröder. Und Sieger bei den ProtoChampSeries: das sag ich jetzt nimmer...
Die Pokale wurden übrigens von Peter Wohlfeil überreicht, der dazu extra aus
Usedom anreiste...


Und hier nun die Ergebnisse:


ProtoChampSeries

Platz 1: Peter Hanke, Neumünster, VW Käfer Spezial (0,18 sec.)

Platz 2: Alexa Pollmann, Berlin, Lotus (0,43 sec.)

Platz 3: Leo Schiewek , Garbsen, Ferrari, (1,00 sec.)

Platz 4: Bernd Salewsky, Aachen, Ferrari (1,24 sec.)

Platz 5: Frank Winter, Allersehl, Rex Rennsportwagen (2,50 sec.)

Platz 6: Harry Read, Aachen , Ferrari (3,13 sec.)

Platz 7: Willi Budzynski, Billerbeck, Hildegas (4,81 sec.)

Platz 8: Klaus-Peter Zimmermann, Kriele, Rennsportwagen Eigenbau,

Punktestand der ProtoChampSeries nach dem ersten Lauf:

Platz 1: Peter Hanke, 9 Punkte

Platz 2: Alexa Pollmann, 6 Punkte

Platz 3: Leo Schiewek, 4 Punkte

Platz 4: Bernd Salewsky, 3 Punkte

Platz 5: Frank Winter, 2 Punkte

Platz 6: Harry Read, 1 Punkt

Platz 7: Willi Budzynski

Platz 8: Klaus-Peter Zimmermann

RaceChampSeries

Platz 1: Axel Gnutzmann, Rumohr, Opel Kadett (0,22 sec.)

Platz 2: Reinhard Timm, Berlin, Lotus Super Seven S 2 (0,51 sec.)

Platz 3: Wolfgang Schareyka, Rumohr, VW-Käfer (0,62 sec.)

Platz 4: Heiko Budzynski, Dülmen, Austin Mini (1,29 sec.)

Platz 5: Heiko Bösling, Hamburg, Sunbeam Tiger (4,46 sec.)

Punktestand der RaceChampSeries nach dem ersten Lauf:

Platz 1: Axel Gnutzmann, 9 Punkte

Platz 2: Rainer Timm, 6 Punkte

Platz 3: Wolfgang Schareyka, 4 Punkte

Platz 4: Heiko Budzynski, 3 Punkte

Platz 5: Heiko Bösling, 2 Punkte

SportsChampSeries

Platz 1: Jens Schröder, Halstenbek, Mercedes Benz 200 Heckflosse (0,13 sec.)

Platz 2: Hellmuth Fricke, Hamburg, Sunbeam Alpine V (0,47 sec.)

Platz 3: Günter Renardy, Hildesheim, Ferrari (0,59 sec.)

Platz 4: Harald Reiners, Hamburg, Alfa Romeo Giulietta (0,69 sec.)

Platz 5: Markus Graf, Karlsruhe, Lotus (1,12 sec.)

Punktestand der SportsChampSeries nach dem ersten Lauf:

Platz 1: Jens Schröder, 9 Punkte

Platz 2: Hellmuth Fricke, 6 Punkte

Platz 3: Günter Renardy, 4 Punkte

Platz 4: Harald Reiners, 3 Punkte

Platz 5: Markus Graf, 2 Punkte

ComingClassics

Platz 1: Dr. Martin Jatorff, Hamburg, BMW Z 3 (0,18 sec.)

Platz 2: Werner Sigge, Berlin, Wiesmann (0,19 sec.)

Punktestand der ComingClassics nach dem ersten Lauf:

Platz 1: Dr. Martin Jastorff, 9 Punkte

Platz 2: Werner Sigge, 6 Punkte