Erster Lauf zur ProtoChampSeries

"Historic Challenge Hohwacht" am 24.Mai auf dem
Truppenübungsplatz in Putlos bei Oldenburg (Holstein)

Nach vielen Vorbereitungen war es soweit: bei strahlendem Sonnenschein fand der erste Lauf zur neugegründeten ProtoChampSeries in Hohwacht und Putlos statt.

Fast alle Teilnehmer trafen sich bereits am Freitagabend im Hotel Genueser Schiff in Hohwacht direkt an der schönen blauen Ostsee zu einem Design-Vortrag über die schönsten und interessantesten Fahrzeuge aus der Zeit von 1950 bis 1970. Gert Pollmann beschrieb hierbei weniger die reinen Leistungsdaten dieser Automobile, sondern versuchte die Design-Philosophie und den Entstehungsprozess der Fahrzeuge aus Sicht des Automobildesigners zu erläutern.

Viel wichtiger war an diesem Abend aber das zwanglose und fröhliche Zusammensein fast aller Teilnehmer, die ja aus ganz Deutschland anreisten um in zwei Klassen an den Start zu gehen: sieben Starter gab es bei den "ProtoChamp-Fahrzeugen" und 16 bei den "Seriensportwagen".

Am Samstag war dann der große Tag: alle Teilnehmer trafen sich auf der anspruchsvollen Wettbewerbsstrecke, welche immerhin 8,2 Kilometer Länge aufweist und sich in weitgezogenen Kurven aber auch fast rechtwinkeligen Ecken durch das holsteinische Land zieht.

Grandiose Unterstützung erhielten wir wieder einmal von der Bundeswehr des Truppenübungsplatzes Putlos: die Strecke war in einwandfreiem Zustand, Sanitäter und Feuerwehr waren vor Ort, ein Imbisswagen (ständig umlagert!) mit Tischen und Sitzbänken lud zum Verweilen ein. Ein ganz besonderes Lob muss an dieser Stelle auch an unseren Fahrtleiter, Herrn Klaus Kischke, gehen: Mit Ruhe und großer Übersicht gestaltete er den Veranstalungsablauf so ruhig und souverän, dass während der doch recht langen Veranstaltungsdauer von 8.00 bis 16.00 (ohne Pause!) niemals auch nur der Anflug von Hektik aufkam. Perfekt arbeitete Herr Kischke auch mit dem Zeitnehmerteam (Barbara Pollmann und Christian Klawitter) und den etwa 10 Streckenposten zusammen, alles ging so vonstatten, als ob man es x-mal vorher geübt hätte...Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle auch unserem unermüdlichen Filmer und Fotografen, Herrn Gerhard Wilde aus Ingolstadt sowie dem immer organisatorisch unterstützenden Herrn Hanke aus Neumünster.

Nach den üblichen Formalitäten vor dem Start ging es pünktlich um 9.00 Uhr zur Besichtigungsfahrt auf beide Streckenabschnitte. Da sich das Fahrerlager etwa in der Mitte der Strecke befindet, ermöglichte uns dies zwei Läufe gleichzeitig durchzuführen - was den Veranstaltungsablauf natürlich sehr beschleunigte und alle Teilnehmer sehr oft "zum Fahren kamen". So starteten die ProtoChamp-Fahrzeuge dann zum ersten Wertungslauf um 10.00 Uhr auf den westlichen Streckenabschnitt, kehrten an der Wendeschleife am Ende des Kurses um und fuhren wieder zurück ins Fahrerlager - und die Gruppe der Straßensportwagen tat dies gleichzeitig auf dem nordöstlichen Streckenabschnitt. So war zum einen "immer was los" und zum anderen war ausgeschlossen, dass ein Teilnehmer auf den vorausfahrenden auflief oder ihm sogar entgegenkam. Dieses Verfahren hat natürlich die Sicherheit aller Teilnehmer gesteigert: Alle Fahrer fühlen sich wohler, wenn sie wissen, dass ihre automobilen Schätze absolut freie Bahn haben und kein Leistungsdruck entstehen kann.

Bunt und vielseitig war das Teilnehmerfeld: Bei den ProtoChamp-Fahrzeugen war natürlich Harry Read (Aachen) mit seinem auf riesigen Rennwalzen daherrollenden March Formel 5000 nicht nur der optische, sondern auch der akustische "Hingucker" - der sich aber später auf der Strecke als absolutes Höllengerät entwickelte. So brüllte nur noch der Chevron B 16 von Leo Schieweg (Garbsen) und der NSU TT von Hartwig Hensel (Kiel). Immer wieder schön anzusehen ist der Borbet B1, welchen Dirk Borbet (Hesborn) persönlich nach Hohwacht brachte. Fast zierlich dagegen war Alexa Pollmanns Silver'73, ein zweisitziger Rennsportwagen (welcher im 2. und 3.Lauf von Doris Schmidt aus Aachen und Hans-Joachim Westpfahl aus Cashagen pilotiert wurde) und auffallend der SuperSportsRoadster von Gert Pollmann (Böhmfeld) in seiner leuchtend orange-farbenen Kunstleder-Aussenhaut. Extrem unauffällig war einer der allerschnellsten Teilnehmer in seinem hellblauen Käfer, der selbst bei geöffneter Motorhaube einen ganz nomal erscheinenden Käfer-Motor präsentierte - Peter Hanke (Neumünster) hatte einen Heidenspaß daran, nur 32 Sekunden "langsamer" als der schnelle Chevron auf der anspruchsvollen westlichen Strecke unterwegs zu sein...Wie mag im Fall dieses Käfers wohl die Definition über eine Pferdestärke lauten?

Nicht minder schön präsentierte sich das Feld der Seriensportwagen: Jaguar E, Alfa Montreal, MGB, NSU TT, Alfa Giulia, Porsche 911, Alfa Spider, Ferrari 348, Trumph Spitfire und der Austin Cooper waren eine erfrischende automobile Mixtur.

Nach vielen Läufen und ebenso vielen Benzingesprächen im Fahrerlager gab es dann folgendes Wettbewerbsergebnis (Zeitdifferenz in Klammern):

ProtoChampSeries:


Platz 1: Alexa Pollmann, Böhmfeld, Silver'73 (0,27 sec.)
Platz 2: Dirk Borbet, Hesborn (2,53 sec.)
Platz 3: Peter Hanke, Neumünster, VW Käfer Spezial (4,04 sec.)
Platz 4: Gert Pollmann, Böhmfeld, SuperSportsRoadster (4,31 sec.)
Platz 5: Hans-Joachim Westpfahl, Cashagen, Silver'73 (4,88 sec.)
Platz 6: Doris Schmidt, Aachen, Silver'73 (9,09 sec.)
Platz 7: Harry Read, Aachen, March Formel 5000 (9.99 sec.)

Punktestand der ProtoChampSeries nach dem ersten Lauf:


Platz 1: Alexa Pollmann, 9 Punkte
Platz 2: Dirk Borbet, 6 Punkte
Platz 3: Peter Hanke, 4 Punkte
Platz 4: Gert Pollmann, 3 Punkte
Platz 5: Hans-Joachim Westpfahl, 2 Punkte
Platz 6: Doris Schmidt, 1 Punkt

Straßensportwagen


Platz 1: Leo Schieweg, Garbsen, Chevron B 16 (0,20 sec.)
Platz 2: Peter Barharn, Kiel, Alfa-Romeo Giulia Super (1,28 sec.)
Platz 3: Marcus Klippgen, Hamburg, Jaguar E-Type (1,29 sec.)
Platz 4: Michael Barharn, Kiel, Porsche 911 (3,00 sec.)
Platz 5: Hartwig Hensel, Kiel, NSU TT (3,03 sec.)
Platz 6: Hans-Jürgen Schnack, Heikendorf, Alfa-Romeo Giulia Super (3,32 sec.)
Platz 7: Martin Jastorff, Hamburg, MGB (3,66 sec.)
Platz 8: Thomas Nissen, Hof Otternkuhl, Porsche 911 (3,74 sec.)
Platz 9: Klaus Jordan, Hüttenholz, Alfa-Romeo Spider ((5,18 sec.)
Platz 10: Günther Renardy, Hildesheim, Ferrari 348 (6,88 sec.)
Platz 11: Ulrich Meyer-Urban, Herrnburg, Triumph Spitfire ((7,54 sec.)
Platz 12: Burghard Diehl, Preetz, Austin-Cooper (8,23 sec.)
Platz 13: Astrid Präbst, Helmstorf, MGB-GT (9,96 sec.)
Platz 14: Wolfgang Sprogis, Kiel, Alfa-Romeo Montreal (11,31 sec.)

Die Siegerehrung fand nun wieder in Hohwacht im "über der See schwebenden" Restaurant des Hotels Genueser Schiff statt, als Ehrengäste konnten wir Kommandant Wulff mit Gemahlin und Stabsfeldwebel Westpfahl mit Gemahlin bergrüßen - worüber wir uns sehr freuten. Nach Vorspeise und Hauptgang war es soweit: die Urkunden wurden überreicht - und natürlich die drei handgefertigten Pokale für die ersten drei Plätze der ProtoChampSeries, welche der Kommandant des Truppenübungsplatzes mit einer zusätzlichen Flasche Sekt mit den entsprechenden galant-fröhlichen Worten, wie sie nur Herr Kommandant Wulff formulieren kann, überreichte. Und auch an Harry Read wurde gedacht: da er fast einen Fasan mit seinem March erlegt hätte, überreichte Herr Wulff ihm schmunzelnd eine Flasche Sekt mit einer Fasanenfeder...