Zweiter Lauf zur ProtoChampSeries und zur SportsChampSeries

»Historic Challenge Anklam« am 18.Oktober auf dem Flugplatz Anklam (Mecklenburg-Vorpommern)

Einige Monate ist es her, dass die ProtoChampSeries das allererste Mal im Mai an der Ostsee zum Start antrat. Wieder wurde in zwei Klassen gestartet: die »Protochampseries-Fahrzeuge« sind Unikate, welche weltweit in dieser Form nur einmal gebaut wurden, die »SportsChampSeries-Fahrzeuge« sind einfach schöne Renn- oder Sportwagen.

Für den Motorsport vollkommen neu ist die 2,4 km lange Strecke auf dem Flugplatz Anklam. Stellte der Kurs in Putlos eine schöne Straßenstrecke mit vielen weichen Kurven dar, so ist der »Anklam Speedway« im Gegensatz dazu eine reine Hochgeschwindigkeitsstrecke und bevorzugt so natürlich die schnellen Fahrzeuge wie Harry Reads McLaren M8 und Leo Schieweks Chevron B 16, die sich natürlich auf der 1,2 Kilometer langen Startbahn, welche Bestandteil der Strecke ist, mit Geschwindigkeiten bis zu 280 km/h »voll ausleben« können.

Alle Beteiligten hatten den Kurs vorher noch nie gesehen, und entsprechend hoch war natürlich die Spannung, als am Freitagnachmittag alle Teilnehmer so nach und nach eintrudelten, um ihre wertvollen Fahrzeuge im alarmgesicherten Hangar des Flugplatzes unterzustellen. Der perfekte Zustand der Piste – absolut eben und tip-top-gepflegt – war natürlich das Gesprächsthema aller Fahrer, die allesamt in der Flugplatz-Pension gemütlich beisammensaßen – welche übrigens keine 100 Meter entfernt von Start und Ziel war!

Samstagmorgen 8.00 Uhr:
Start frei zu den Trainingsfahrten, welche bei strahlendem Sonnenschein aber sehr kühlen Temperaturen von allen Teilnehmern sehr schnell in Angriff genommen wurden! Bald kamen auch die ersten erstaunten Besucher – angezogen durch den Donnerhall von Harry Reads McLaren M8 (9,6 Liter Hubraum, 860 PS, 800 Kilogramm Gesamtgewicht, von 0 auf 200 km/h in 6 Sekunden), welchem aber in der akustischen Wirkung Leo Schieweks Chevron, Hartwig Hensels NSU und die beiden Fiat-Abarth von Frank-Oliver Grahmann und Axel Mitter keineswegs nachstanden...

Ab 10.00 Uhr begannen die Wertungsläufe – zunächst mit einem sogenannten »Vorgabelauf«. Dies bedeutet, dass jeder Teilnehmer die Strecke allein befährt, die Zeit, die er hierfür benötigt ist seine persönliche Vorgabezeit. Diese Vorgabezeit kann jeder Teilnehmer nun in den folgenden Wertungsläufen versuchen wieder auf einhundertstel Sekunden genau zu erreichen, derjenige Teilnehmer, dem es gelingt, an seine Vorgabezeit in irgendeinem Wertungslauf am nächsten heranzukommen, ist der Sieger, derjenige, der das am zweitbesten schafft, ist Zweiter und so weiter...

Tja, und nun wurde bis etwa 16.30 Uhr pausenlos gefahren – lediglich einige kleine schmückende willkommene Unterbrechungen durch landende Flugzeuge waren zu verzeichnen. Einige Teilnehmer traten bis zu zehnmal zu den Wertungsläufen an, andere nutzen die Möglichkeit mit zwei oder drei Fahrzeugen zu nicht gezeiteten Test- oder Demonstationsfahrten. So kam beispielsweise Peter Hanke an diesem Tag auf insgesamt 84 gefahrene Kilometer auf dem »Anklam Speedway«...

Die bis dahin noch meisterschaftsführende Alexa Pollmann mit ihrem "Silver'73" trat mit einem noch nicht ganz warmen Motor zur Vorgabezeitnahme an – welcher natürlich noch nicht entsprechend hoch gedreht werden konnte. So war es nicht ganz leicht für die 21-jährige Studentin, diese Zeit exakt wieder zu erreichen – zumal »die Orientierung an Kurven« deutlich geringer war als in Putlos. »Eine 1,2 Kilometer lange Strecke, die 20 Meter breit ist – da mußt Du Dich schon sehr konzentrieren, dass Du Deine Streckenführung immer gleich hinkriegst, das war für mich vollkommen neu« sinnierte sie und war aber mit ihrem vierten Platz dann doch sehr zufrieden...

Sieger des zweiten Laufes zur ProtoChamSeries wurde der zeitlich wie ein Uhrwerk fahrende Peter Hanke aus Neumünster – der nun die Meisterschaft mit 13 Punkten auch anführt.

Spannend ging es auch in der SportsChampSeries zu: hier fuhr Günther Renardy aus Hildesheim mit einer Zeitdifferenz von lediglich 0,1 Sekunden auf den ersten Platz – allerdings sehr dicht gefolgt von Hartwig Hensel auf seinem in perfekten Drifts um den Kurs fliegenden NSU 1200 mit einer Zeitdifferenz von 0,19 Sekunden. In dieser Gruppe ist nun weiterhin Leo Schiewek mit 11 Punkten an der Spitze der Meisterschaft, gefolgt von Günther Renardy auf Ferrari mit 9 Punkten.

Besondere Beachtung fand natürlich die Geschwindigkeitswertung: hier war Harry Read auf seinem McLaren der Sieger, er umrundete den Kurs in einer Zeit von 1:24:37min - was einer Durchschnittgeschwindigkeit von 115,78 km/h entspricht. Zweiter wurde Leo Schiewek in einer Zeit von 1:26:22 min, gefolgt von Günther Renardy in 1:29:31. Grinste Harry Read: »Da haben sicher die beiden Aufkleber der Hansestadt Anklam geholfen, die bleiben bei den beiden nächsten Rennen im Orwell-SuperSportsCup in Monza und am Nürburgring drauf!«

Die ProtoChampSeries trifft sich sehr bald wieder: der dritte und letzte Lauf der Saison wird auf einem sehr winkeligen Kurs in Burgau bei Ulm am 8.November als »Historic Challenge Monte Schleifer« stattfinden – so kann die Serie mit ihren drei Läufen sehr unterschiedliche Streckenführungen bieten.

Sehr gemütlich war dann am Samstagabend wieder die Siegerfeier: Harry Read bekam vom Bürgermeister der Hansestadt Anklam, Herrn Dr.Butzke, den »Pokal des Bürgermeisters« überreicht; Herr Lange von der Stadt Anklam überreichte Günther Renardy den »Pokal der Hansestadt Anklam« und Gert Pollmann überreichte die drei handgearbeiteten Pokale der ProtoChampSeries. Und allen Teilnehmern überreichte Doris Schmidt die ersten Christstollen aus Aachen - ein sicheres Zeichen, dass die Saison wohl nun langsam zu Ende geht...

ERGEBNISSE HISTORIC CHALLENGE ANKLAM 2008

Geschwindigkeitswertung:

1. Harry Read (Aachen) McLaren M8 Baujahr 1970 in 1:24:37 Min.
2. Leo Schiewek (Garbsen) Chevron B 16, Baujahr 1970 in 1:26:22 Min.
3. Günther Renardy (Hildesheim), Ferrari 348 in 1:29:31
4. Peter Hanke (Neumünster), Porsche 911 in 1:37:05 Min.
5. Hartwig Hensel (Kiel), NSU 1200 in 1:44:08

Der Pokal des Bürgermeisters wurde Harry Read vom Bürgermeister Dr.Butzke überreicht; dieser war während der Veranstaltung mehrere Runden im Chevron von Leo Schiewek mitgefahren.

Gleichmäßigkeitsprüfung »ProtoChampSeries«

1. Peter Hanke (Neumünster), Porsche 911, 0,25 Sec.
2. Gert Pollmann (Böhmfeld), Orange Sports Roadster 1,68 Sec.
3. Gerhard Wilde (Ingolstadt), Orange Sports Roadster 2,68 Sec.
4. Alexa Pollmann (Böhmfeld), Silver'73, 2,91 Sec.
5. Harry Read (Aachen) McLaren M8, 8,12 Sec.
6. Doris Schmidt (Aachen), Silver'73, 42,65 Sec.

(Zeitdifferenz in Sek.)
Hierfür wurden die handgefertigten Pokale (Unikate) für die ersten 3 Plätze durch Gert Pollmann überreicht.

Gleichmäßigkeitsprüfung »SportsChampSeries«

1. Günther Renardy (Hildesheim), Ferrari 348, 0,10 Sec.
2. Hartwig Hensel (Kiel), NSU 1200, 0,19 Sec.
3. Frank Oliver Grahmann, Fiat 500 Abarth, 0,59 Sec.
4. Axel Mitter, Fiat 500 Abarth, 0,64 Sec.
5. Leo Schiewek, Chevron B 16, 17,66 Sec.

(Zeitdifferenz in Sec.)
Hier wurde "der Pokal der Hansestadt Anklam" für den ersten Platz überreicht durch Herrn Bernd Lange (Anklam)

MEISTERSCHAFTSSTÄNDE NACH DEM 2. LAUF IN ANKLAM

Stand der ProtoChampSeries 2008 nach zwei Läufen:

1. Peter Hanke, 13 Punkte
2. Alexa Pollmann, 12 Punkte
3. Gert Pollmann, 9 Punkte
4. Dirk Borbet, 6 Punkte
5. Gerhard Wilde, 4 Punkte
6. Doris Schmidt, 2 Punkte
7. Harry Read, 1 Punkt

Stand der SportsChampSeries 2008 nach zwei Läufen:

1. Leo Schiewek, 11 Punkte
2. Günther Renardy, 9 Punkte
3. Hartwig Hensel, 8 Punkte
4. Peter Barharn, 6 Punkte
5. Marcus Klippgen und Frank-Oliver Grahmann je 4 Punkte
7. Axel Mitter und Michael Barharn, je 3 Punkte
9. Hans-Jürgen Schnack, 1 Punkt