ZWEITER LAUF ZUR PROTOCHAMPSERIES


"Historic Challenge Oehna"

am 18. Juli auf dem Verkehrslandeplatz Oehna-Zellendorf

Nur wenige Wochen nach dem Start zur diesjährigen "Historic Challenge" in Putlos ging es nun zum allerersten Mal auf den Verkehrslandeplatz Oehna - das liegt etwa 40 Kilometer vom Stadtrand Berlin entfernt.

Die Voraussetzungen für dieses erste Event dort waren denkbar schlecht - schon seit Tagen gab es für unser Wochenende Unwetterwarnungen und Dauerregen in den verschiedensten Medien. Dazu kam noch, dass einige Immer-Teilnehmer verunfallten oder technisch defekte Fahrzeuge zu Hause hatten...

So bin ich als Veranstalter natürlich mit sehr gemischten Gefühlen angereist - und war dann doch hocherfreut, dass trotz all dieser Umstände elf Teilnehmer mit wunderschönen und interessanten Fahrzeugen nach und nach im gemütlichen Flugplatzrestaurant am Freitagabend eintrafen - der letzte nachts um 24.00 Uhr! Und trotzdem gab es auch für dieses Team noch ein frisches Wiener Schnitzel aus der Küche!

Die Strecke in Oehna ist für unsere Zwecke ideal: etwa 1,8 Kilometer lang mit einigen engen Kurven und - das ist das schönste - einer 800 Meter langen und zwanzig Meter breiten Landebahn... Und auch die übrige Infrastruktur ist perfekt: der Hangar, in welchem nachts die Fahrzeuge stehen, ist alarmgesichert, das Restaurant, direkt gegenüber von Start und Ziel, immer geöffnet, die Bungalows zum preiswerten Übernachten sind direkt an der Strecke.

Erfreulich: Es gab diesmal auch eine Menge neue Gesichter: Carsten Bernau aus Berlin steuerte (gar nicht mal so langsam!) den SuperSportsRoadster, Ulrich Moewes den Lola MK 1, Sebastian Schmidt-Isenbeck seinen Porsche 993 und Lukas Pollmann den Silver'73.

Freitagnachmittag fegte so um 16.00 Uhr das erste große Gewitter über den Platz - und bereits um 17.00 Uhr saßen die schon eingetroffenen Teilnehmer gemütlich bei Sonnenschein auf der Terrasse des Flugplatz-Restaurants. Später in der Nacht begann es wieder zu regnen - durchgehend bis morgens um etwa 7.00 Uhr. Und dann kam der Wind - und dann sogar etwas Sonnenschein, so dass die Strecke ab etwa 10.00 Uhr samstags für mehr als fünf Stunden trocken war - und das bei dieser Wettervorhersage!

Nach der obligatorischen Einführungsrunde begannen die Läufe der einzelnen Fahrzeuge etwa um 10.00 Uhr - ein Fahrzeug nach dem anderen wurde zeitgestoppt: Jeder Teilnehmer musste mindestens drei Runden "am Stück" fahren, die jeweils mittlere Runde wurde gewertet und mit der Rundenzeit der Vorgaberunde (das ist die allererste gezeitete Runde) verglichen. Und derjenige, der es irgendwann am Tage schaffte, seine Vorgabezeit mit der geringsten Abweichung zu wiederholen, das ist der Sieger in seiner Klasse...

Bei den ProtoChampSeries-Fahrzeugen schaffte das mit einer Zeitdifferenz von 0,16 Sekunden der erfahrene Peter Hanke auf seinem himmelblauen Wunderkäfer am besten: das war Platz 1. Platz zwei: unser Filmer und Fotograf Gerhard Wilde! Er fuhr insgesamt nur wenige Runden (weil er halt immer filmte), diese aber betont ruhig, halt einfach gleichmäßig - und da waren nur 0,3 Sekunden Unterschied!. Der unvergleichliche Willi Budzynski (mühelos unterhält er ein ganzes Lokal mehrere Stunden lang) auf seinem herrlichen Hildegas - ein Indianapolis-Rennfahrzeug von 1959 mit über 400 PS - erreichte Platz drei mit einer Zeitdifferenz von 0,93 Sekunden, gefolgt von Carsten Bernau auf Platz vier, der sich zum Ziel setzte "ein ganz klein wenig besser zu sein als Peter Witte in Putlos"...Platz fünf und sechs gingen an Lukas und Gert Pollmann, wobei Lukas Pollmann unheimlich gleichmäßige Zeiten fuhr - lediglich seine Vorgabezeit war wesentlich langsamer...

Bei den RaceChampSeries-Fahrzeugen war es wieder eimal Leo Schiewek mit einer Differenz von 0,22 Sekunden auf seinem herrlich brüllenden Chevron B 16, gefolgt von einem unheimlich schnellen Lotus Super Seven von Rainer Timm aus Berlin. Dritter wurde der Newcomer Ulrich Moewes auf der Lola...

Eine Sensation gab es bei den SportsChampSeries-Fahrzeugen: hier siegte sehr überzeugend der Kunstflieger Sebastian Schmidt-Isenbeck auf seinem Porsche mit einer Differenz von lediglich 0,04 Sekunden, das war Tagesbestzeit. Ein so ungläubiges Gesicht habe ich bei der Pokalübegabe selten gesehen... Zweiter wurde das holsteiner Automobil-Urgestein & Alfisti Peter Barharn vor Günter Renardy auf seiner roten Fahrmaschine (andere nennen es Ferrari 348).

Eine kleine Anmerkung sei dem Redakteur aber doch gestattet: Nach genauem Studium aller Zeitunterlagen zeigte sich, dass diejenigen Fahrer, welche im leicht einsetzenden Regen so ab 15.00 Uhr fuhren, für ihre Regenfahrten besonders belohnt wurden: Viele Teilnehmer hatten eine relativ verhalten gefahrene Vorgaberunde, danach wurden sie immer schneller - und die leicht rutschige Strecke bescherte dann den Regenfahrern zum Schluss wieder relativ langsame Runden - und gerade diese sorgten dafür, dass die Zeiten dieser Regenrunden wieder recht nahe an die anfänglich so verhalten gefahrenen Vorgaberunden kamen...

Wunderbar stimmungsvoll ging es abends wieder im Flugplatz-Restaurant zu, bei herrlichem Essen (Rinderfilet satt...) wurde bis zwei Uhr nachts gefeiert und viele herrliche Geschichten zum Besten gegeben...

Wer wollte, konnte am Sonntagmorgen noch einige Runden bei Sonne drehen - was so vor dem Frühstück unheimlich viel Spaß machte... Und ab 11 Uhr gehörte der Flugplatz auch wieder den Flugzeugen: für alle noch Dagebliebenen gab es eine eindrucksvolle Kunstflug-Vorführung, welche uns Sebastian Schmidt-Isenbeck am Boden fachkundig erklärte: so wurde dann auch die Idee geboren, beim Start im nächsten Jahr die Mittagspause mit einer Kunstflugeinlage zu würzen...

Und hier nun die Ergebnisse:

ProtoChampSeries

Platz 1: Peter Hanke, Neumünster, VW Käfer Spezial (0,16 sec.)

Platz 2: Gerhard Wilde, Stammham, SuperSportsRoadster (0,30 sec.)

Platz 3: Willi Budzynski, Schöppingen-Eckerode, Hildegas 1959 (0,93 sec.)

Platz 4: Carsten Bernau, Berlin/Hamburg, SuperSportsRoadster (2,26 sec.)

Platz 5: Lukas Pollmann, München, Silver'73 (7,71 sec.)

Platz 6: Gert Pollmann, Böhmfeld, SuperSportsRoadster (9,03 sec.)

Punktestand der ProtoChampSeries nach dem zweiten Lauf:

Platz 1: Peter Hanke, 15 Punkte

Platz 2: Alexa Pollmann, 9 Punkte

Platz 3: Willi Budzynski, 7 Punkte

Platz 4: Gerhard Wilde und Dirk Borbet, je 6 Punkte

Platz 6: Carsten Bernau und Gert Pollmann, je 3 Punkte

Platz 8: Lukas Pollmann, 2 Punkte

Platz 9: Peter Witte, 1 Punkt

RaceChampSeries

Platz 1: Leo Schiewek, Garbsen, Chevron B 16 (0,22 sec.)

Platz 2: Rainer Timm, Berlin, Lotus Super Seven (1,67 sec.)

Platz 3: Ulrich Moewes, Bissingen, Lola MK 1 (10,78 sec.)

Punktestand der RaceChampSeries nach dem zweiten Lauf:

Platz 1: Leo Schiewek, 18 Punkte

Platz 2: Axel Mitter, 9 Punkte

Platz 3: Rainer Timm, 8 Punkte

Platz 4: Oliver Grahmann und Ulrich Moewes je 4 Punkte

Platz 6: Hartwig Hensel, 3 Punkte

Platz 7: Michael Thalacker 1 Punkt

SportsChampSeries

Platz 1: Sebastian Schmidt-Isenbeck, Berlin, Porsche 993 (0,04 sec.)

Platz 2: Peter Barharn, Kiel, Alfa-Romeo GTV 6 (0,33 sec.)

Platz 3: Günter Renardy, Hildesheim, Ferrari 348 (0,42 sec.)

Punktestand der SportsChampSeries nach dem zweiten Lauf:

Platz 1: Sebastian Schmidt-Isenbeck und Hellmuth Fricke, je 9 Punkte

Platz 3: Peter Barharn, Günter Renardy und Wolfgang Sprogis, je 6 Punkte

Platz 6: Martin Jastorff, 4 Punkte

Platz 7: Norbert Günther, 3 Punkte

Platz 8: Harald Reiners, 1 Punkt