DRITTER LAUF ZUR PROTOCHAMPSERIES


"Historic Challenge Anklam"

am 3. Oktober auf dem Anklam Speedway auf dem Flugplatz Anklam


ANKLAM UND DAS WETTER

Das Internet berichtete es bereits Tage vorher: es wird kein strahlender Sonnenschein sein. Eigentlich gab es einen Tag in der Woche, an welchem es richtig schlecht sein soll. Jawohl, es war der Veranstaltungstag... und das Internet-Wetter hatte recht: es regnete eigentlich nur einmal, nämlich den ganzen Tag. Und wenn es mal gerade ganz kurz nicht regnete, na dann war wenigstens die Piste nass... Komisch nur, dass das kaum jemand wirklich registrierte: zu gut war die Stimmung!

Schon am Donnerstag reisten die Veranstalter an: Check vor Ort - und vor allem das Aufkleben der Streckenbegrenzung war geplant, 100 Meter Klebefolie waren bestellt und warteten auf ihren Einsatz. Bei trockener Strecke aufbringen, stand in der Gebrauchsanleitung. Tja, das war aber am Freitag nicht möglich - vielleicht klappt es ganz in der Früh am Samstag, dem Veranstaltungstag. Tja, da war es aber noch feuchter - und so haben wir es der unglaublich hilfsbereiten Leiterin des Towers Marlies Wichmann zu verdanken, dass wir letztendlich eine noch viel bessere Lösung hatten: "Herr Pollmann, heute landet bei dem Wetter hier keiner - Sie können ruhig die Pilonen auf die Strecke stellen" lautete die erfahren-selbstsichere Weisung...

ANKLAM UND DER VORABEND

Im Hotel Pommernland waren wir bestens untergebracht - normalerweise ist hier am Freitagabend geschlossen. Anders aber an diesem Freitag: herrliche Stimmung und viel Vorfreude auf die Historic Challenge waren überall zu spüren. Und: es regnete in dieser Nacht fast gar nicht! Herr Lange von der Hansestadt Anklam kontrollierte die Stimmung: alles allright! Und solche Prüfungen werden in Anklam richtig durchgeführt: Herr Lange war bis zum Schluß um etwa 1.00 Uhr nachts mit dabei!

ANKLAM UND DER SAMSTAG

Gemeinsames Frühstück stärkte uns für den Tag. Und um 8.00 Uhr waren fast alle 23 Starter bereits im Hangar, anderer Ausdruck hierfür: Regenschutz. Die verschiedensten Fahrzeuge wurden bestaunt - gab es doch zwei Neulinge! Zum einen hatte der wunderbare BellAurens "LONGNOSE" sein Wettbewerbsdebüt und zum anderen der "Heritage 2009" - zwei Fahrzeuge, wie sie gegensätzlicher nicht sein können. Der LONGNOSE: sieht aus wie ein Landrover, dem die Front davongefahren ist: eine ewig lange Schnauze, dann kommt endlich das Cockpit, das Auge hat es fast aufgegeben, darauf zu hoffen. Und unter der Haube? Keine Luft, sondern ein herrlich brüllender Achtzylinder-Motor. Aber der LONGNOSE meint es ernst: er ist kein schnell gefertigter Prototyp, es ist das Alphatier einer kommenden Serie, handwerklich von Thomas Bell und Holger Kalvelage bis ins allerkleinste Detail werbewirksamst hochpräzise gefertigt...und Heritage 2009? Der totale Gegensatz dazu. Flach und breit, gefertigt als ShowCar, aber vor allem direkt für die ProtoChampSeries geboren. Eine stilistische Mischung aus kurvenreichen Kotflügeln und geraden Aluminiumblechen, welche fast etwas an die Flugzeuge der Vergangenheit erinnern, also total passend zum Flugplatz Anklam...und noch nie mehr als einen Kilometer gefahren...

Doch das waren nur die automobilen Neulinge. Immer wieder wunderbar der grüne Chevron B 16 von Leo Schiewek und der Indy-Racer von Willy Budzynski - die machen eindeutig den besten Lärm. Das akustische Echo trägt Olli Grahmann bei: sein 500 Abarth antwortet für das Ohr perfekt!

Ebenso eine Augen- und Ohrenweide waren die anderen Fahrzeuge: Frank Adomeits BMW Z1, Hosi Niemanns Alfa GTA, Sebastian Schmidt-Isenbecks Porsche 911 in matt-oliv bis hin zu den stillen aber sauschnellen Fahrzeugen vom Schlage eines Ferrari 348 von Günter Renardy und dem Porsche 964 turbo von Martin Jastorff, alles war geboten. Und auch die elegant-lässige Linie war vertreten: der 280 SL Pagode von Christian Rumland mit Weißwandreifen und der zum Fahrer so gut passende Alfa von Harald Reiners gehören zur Historic Challenge einfach dazu - genauso wie die sportiven Highlights der 60er Jahre in Form der Alfa Giulia Super von Klaus Schaffrath und des Jaguar E V12 von Torsten Ewers: "Regen? Hab ich nicht gehabt, ich bin offen gekommen und auch wieder offen heimgefahren, naja, während der Veranstaltung gab es wohl ein paar Tropfen...."

Erststarter? Hatten wir auch - Simon Blake aus England gehörte dazu, er startete auf dem Silver'73. Wer es nicht weiß: Simon betreut seit Jahrzehnten verschiedenste Rennfahrzeuge, Ford GT 40, Lola T70 und auch Harrys McLaren M8, welchen er komplett wiederaufbaute ("better than new"). Aber ein Rennsportfahrzeug selber fahren? Das hatte Simon noch nie...

Und toll bedamt waren wir auch wieder. Natürlich zählte Doris Schmidt wieder zu den nun schon routinierten Starterinnen. Aber zwei Neuzugänge kann der Chronist für die ProtoChampSeries stolz benennen: die bestens beporschten Norma Niemann und Daniela Korte - na, davon wird später noch zu lesen sein...

Wieder einmal vollkommen losgelöst von der Physik: Peter Hanke. Da flog ein blauer Käfer um die Pilonen, es war kaum zu glauben. Und der Fahrer hatte einen Spaß, dass selbst der Käfer grinste...

ProtoChampSeries, das soll auch Gegensätze vereinen. Erstmals hatten wir ein Motorradgespann am Start: die Eheleute Stelter brachten ihre 41 Jahre alte MZ E 250 an den Start. Übrigens: das sind die Schwiegereltern von Olli Grahmann...

Hardy Hensel: Der Silver'73 steht ihm optisch eigentlich sehr gut. Aber: es ist nur sein Interimsfahrzeug, bis sein "geknüschelter" NSU 1200 wieder einsatzbereit ist. Zu langsam und vor allem viel zu leise für Hardy. Woran merkt es der Chronist? Hardy hat sich noch keine Brille für ein Fahrzeug ohne Windschutzscheibe zugelegt....

HARRY IST WIEDER DA!

Nie wurde in den vergangenen zwei Veranstaltungen so oft nach jemand gefragt: "Wo ist Harry?", und wer es nicht sagte, der dachte es. Der Chronist sah es jedem an. Ohne Harry und einem seiner automobilen Ungeheuer fehlt irgendwas ganz Wichtiges. Aber nach längeren Rücken- und Knieproblemen ist er wieder da: Harry, der schillernde Typ mit den herrlich bunten automobilhistorischen Hemden, der aussieht wie Mister Rock & Roll persönlich, nu sind wir wieder komplett. "Hast Du drüben in Dänemark angerufen, nicht dass die meinen, es geht wieder los" hatte Harry mal gefragt, bevor er an der Ostsee seinen Big Banger startete. Und in Anklam wunderte sich der Hangar auch ein wenig über die Fundamentmassage durch Harrys March Formel 5000...

ANKLAM UND DIE KILOMETER...

Viel wurde wieder gefahren. Einige waren mit vollem Tank gekommen und reisten mit leerem Tank ab. Andere konnten das nicht so leicht beheben: Die Bremsen waren bei Ankunft neu. Am Abend waren sie runter, vollkommen...

ANKLAM UND DER PECHVOGEL

Es dauerte nicht lange, schon in der ersten Runde war für unseren lieben und stets frohgemuten Willi Budzynski der Wettbewerb beendet: kapitaler Motorschaden, war das traurige aber sehr eindeutige Resultat: "Heiko hat noch gesagt, Du mußt den Motor überholen...". Aber wir alle sind sicher, dass Willi das nächste Mal - übrigens am 1.Mai in Kyritz - wieder lautstark mit dabei ist... Später stellte sich jedoch heraus, dass das Kettenrad, welches die Nockenwelle antreibt, mehrere Zähne verloren hatte...na, den Rest kann sich jeder vorstellen...aber positiv: das Motor-Überholen hätte auch nix gebracht...

ANKLAM UND DER SAMSTAGABEND

Der Wettbewerb ist am Flugplatz, die Siegerfeier natürlich auch. Prominente Gäste im Aeronauticon, wo die Feier stattfand? Natürlich: Der Bürgermeister Dr.Butzke der Hansestadt Anklam überreichte den Tempopokal an - jawohl! - eine Dame: Daniela Korte aus Hamburg auf ihrem Alltagsfahrzeug, einem Porsche 911 GT 3 war die absolut Schnellste des Tages! Und Leo Schiewek war regenbereift der schnellste Rennsportwagen, das wurde von unserem großen Unterstützer in Anklam, Herrn Bernd Lange (Wirtschaftsförderung) mit einem weiteren Pokal belohnt. Und Herr Lange kann mitreden: er war den ganzen Tag anwesend!

ANKLAM UND DIE UNTERSTÜTZUNG

Anklam mag uns, das spürten wir überall. Nicht nur, dass die Vorbereitung einer solchen Veranstaltung einem so leicht wie möglich gemacht wird - auch die ganzen Personen rund um die Historic Challenge Anklam sind liebenswert: Herr Probst, der Leiter des Flugplatzes (Kennwort: "Das ist kein Problem...") genauso wie seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der Kindergarten, der plötzlich am Nachmittag mit Kuchen im Hangar stand - genau zu dem Zeitpunkt, als sich alle Kuchen wünschten usw...

ANKLAM UND DIE SIEGER

Stimmt, eine Wertung gab es ja auch noch! Drei Klassen, wie immer. Die ProtoChampSeries gewann Peter Hanke vor Harry Read und Thomas Bell & Holger Kalvelage, die RaceChampSeries Hardy Hensel vor Norma Niemann und Leo Schiewek und die SportsChampSeries Harald Reiners vor Günter Renardy und Torsten Ewers...alles Weitere siehe die anschließende Liste.

ANKLAM UND WER IST MEISTER?

ProtoChampSeries: Klar, Peter Hanke. RaceChampSeries: Klar. Leo Schiewek (nun schon zum zweitenmal...). SportsChampSeries? Klar:"Irgendwannschlagichihn" Günter Renardy...

Und hier nun die Ergebnisse:

ProtoChampSeries

Platz 1: Peter Hanke, Neumünster, VW Käfer Spezial (0.02 sec.)

Platz 2: Harry Read, Aachen, March Formel 5000/Chevron B 16 (4,02 sec.)

Platz 3: Thomas Bell/Holger Kalvelage, Oberasbach, BellAurens LongNose (4,09 sec.)

Platz 4: Doris Schmidt, Aachen, Silver'73 (7,24 sec.)

Platz 5: Gert Pollmann, Böhmfeld, Heritage 09 (7,55 sec.)

Platz 6: Simon Blake, Thursley GB, Silver'73 (o.W.)

Platz 7: Willi Budzynski, Hildegas Indy Racer 1959, Schöppingen-Eckerode (o.W.)

Punktestand der ProtoChampSeries nach dem dritten Lauf:

Platz 1: Peter Hanke, 24 Punkte

Platz 2: Alexa Pollmann, 9 Punkte

Platz 3: Willi Budzynski, 7 Punkte

Platz 4: Harry Read, 6 Punke

Platz 5: Gerhard Wilde, 6 Punkte

Platz 6: Dirk Borbet, 6 Punkte

Platz 7: Thomas Bell/Holger Kalvelage, 5 Punkte

Platz 8: Gert Pollmann, 5 Punkte

Platz 9: Carsten Bernau, 3 Punkte

Platz 10: Lukas Pollmann, 2 Punkte

Platz 11: Peter Witte: 1 Punkt

(Bei Punktegleichheit entscheidet die größere Anzahl vorderer Plätze)

RaceChampSeries

Platz 1: Hartwig Hensel, Kiel, Silver'73 (0,06 sec.)

Platz 2: Norma Niemann, Hamburg, Porsche 911/Alfa Romeo GTA (1,16 sec.)

Platz 3: Leo Schiewek, Garbsen, Chevron B 16 (1,25 sec.)

Platz 4: Frank-Oliver Grahmann, Osterrönfeld, Abarth 595 (3,50 sec.)

Platz 5: Daniela Korte, Hamburg, Porsche 996 GT3 (4,54 sec.)

Punktestand der RaceChampSeries nach dem dritten Lauf:

Platz 1: Leo Schiewek, 22 Punkte

Platz 2: Hartwig Hensel, 12 Punkte

Platz 3: Axel Mitter, 9 Punkte

Platz 4: Rainer Timm, 8 Punkte

Platz 5: Frank-Oliver Grahmann, 7 Punkte

Platz 6: Norma Niemann, 6 Punkte

Platz 7: Ulrich Moewes, 4 Punkte

Platz 8: Daniela Korte, 2 Punkte

Platz 9: Michael Thalacker, 1 Punkt

SportsChampSeries

Platz 1: Harald Reiners, Hamburg, Alfa-Romeo Giulietta (0,16 sec.)

Platz 2: Günter Renardy, Hildesheim, Ferrari 348 (0,25 sec.)

Platz 3: Torsten Ewers, Oldenburg, Jaguar E-Type Serie III (0,28 sec.)

Platz 4: Frank Adomeit, Hamburg, BMW Z1 (1,34 sec.)

Platz 5: Martin Jastorff, Hamburg, MGB (2,40 sec.)

Platz 6: Christian Rumland, Hamburg, Mercedes-Benz 280 SL (3,06 sec.)

Platz 7: Klaus-Uwe Schaffrath, Lübeck, Alfa-Romeo Giulia Super (3,12 sec.)

Platz 8: Sebastian Schmidt-Isenbeck, Berlin, Porsche 993 (3,28 sec.)

Platz 9: Hossein Niemann, Hamburg, Porsche 911/Alfa-Romeo GTA (4,22 sec.)

Platz 10: Heinz-Werner Stelter & Frau, Schlagtow, MZ E 250/2 (7,97 sec.)

Punktestand der SportsChampSeries nach dem dritten Lauf:

Platz 1: Günter Renardy, 12 Punkte

Platz 2: Harald Reiners, 10 Punkte

Platz 3: Sebastian Schmidt-Isenbeck, 9 Punkte

Platz 4: Hellmuth Fricke, 9 Punkte

Platz 5: Wolfgang Sprogis, 6 Punkte

Platz 6: Peter Barharn, 6 Punkte

Platz 7: Martin Jastorff, 6 Punkte

Platz 8: Frank Adomeit, 3 Punkte

Platz 9: Norbert Günther, 3 Punkte

Platz 10: Christian Rumland, 1 Punkt

(Bei Punktegleichheit entscheidet das bessere Zeitverhältnis)

"Der Tempopokal"

Platz 1: Daniela Korte, Porsche 996 GT3 (1:34:50)

Platz 2: Leo Schiewek, Chevron B 16 (1:37:50)

Platz 3: Günter Renardy, Ferrari 348 (1:39:19)

Platz 4: Frank Adomeit, BMW Z1 (1:39:98)