VIERTER LAUF ZUR PROTOCHAMPSERIES



"Historic Challenge Zandvoort" am 1. und 2.Oktober 2016


DIE STRECKE

ist natürlich eine Wucht. Schon allein die Lage mitten in den Dünen von Zandvoort - das ist ja kaum zu toppen. Steht man auf der großen Tribüne an Start und Ziel und dreht sich um, dann sieht man etwa 100 Meter entfernt die tosende Nordsee. Man staunt nur noch. Die Strecke selbst ist mit fast fünf Kilometer Länge natürlich schon deshalb toll. Und: Vom Charakter her ist sie auch neu für uns: Viele sehr schnelle Kurven reihen sich aneinander, das hat gerade für klassische Fahrzeuge den Vorteil dass das harte Abbremsen vor Kurven nicht ganz so oft stattfindet. Und solch ein flüssig gezeichneter Kurs macht halt auch einfach richtig Fahrspaß.

Als Fahrer und Veranstalter merkt man natürlich sofort, dass es sich um eine ehemalige Grand-Prix-Strecke handelt, auf der ja heute noch große Rennen ausgetragen werden. Die ganze Streckentechnik ist absolut "high-tech", in der Race-Control wird die Strecke versehen mit vielen Marshalls auf ca. 20 riesigen Monitoren überwacht. Der Veranstalter war der Streckeninhaber (nämlich die Stadt Zandvoort) selbst: sehr freundliche, äußerst hilfsbereite und unkomplizierte begeisterte Mitarbeiter unterstützten uns. Einige Tage vor der Veranstaltung gelang es uns sogar als einziges Team der ganzen Veranstaltung (das sogenannte "British Race Festival" in dessen Rahmen wir starteten) für unsere 24 Fahrzeuge vier Doppelboxen zu bekommen - das war natürlich bei dem teilweise doch regnerischen Wetter "eine Wolke"!


DER WETTBEWERB

war auf dieser Strecke ein bisserl anders... Wir hatten insgesamt drei Läufe zu je 20 Minuten, das ist natürlich mit anderen Veranstaltungen von uns relativ wenig. So mussten wir eine Bewertung finden, die in kurzer Zeit möglich ist. Der erste Lauf am Samstag war zum "Streckenkennenlernen", auch hatte uns da die Race-Control noch sehr unter Beobachtung. Sie konnten sich nicht vorstellen, wie unser auch leistungsmäßig bunter Mix in der Praxis so funktioniert. Aber die Herren waren dann doch sichtlich beeindruckt, wie sicher und rücksichtsvoll unsere Teilnehmer miteinander so umgehen... So wurde dann der zweite Lauf am Sonntagmorgen zum Wertungslauf erkoren - der letzte Lauf am Nachmittag viel im wahrsten Sinne des Wortes "ins Wasser", so dass dort nicht mehr alle Teilnehmer antraten. Und die die fuhren, na die hatten eine sehr anspruchsvolle Strecke...

Die Wertung wurde dann von der Tribüne auf der Strecke aus vorgenommen. Hier konnten die schwierigsten Kurvenpassagen relativ weiträumig eingesehen und bewertet werden. Es gab zwischen 0 und 50 Punkte pro Teilnehmer zu verteilen. Null Punkte, wenn man ganz schlecht - also eigentlich neben der Strecke - fährt und 50, wenn man die Ideallinie unter Berücksichtigung anderer Teilnehmer superoptimal trifft. Praktisch wurden hierbei zwischen 36 und 50 Punkte vergeben. Nun ist es natürlich so, dass derjenige, der die Passagen langsam durchfährt bessere Chancen hat die Ideallinie zu treffen. Um dies abzufedern wurde festgestellt, wer der Schnellste, der Zweitschnellste usw. war. Jeder wurde mit einem "Faktor" belegt: Bei 11 Teilnehmern in der Klasse der ProtoChampSeries beispielsweise bekam der Schnellste den Faktor 1,22, der Zweitschnellste den Faktor 1,20, der Drittschnellste den Faktor 1,18 und so weiter. Dieser Faktor multipliziert mit der Punktezahl ergibt dann den Endpunktestand: derjenige, dessen Ergebnis aus Punktebewertung und Faktor am höchsten liegt, das ist dann der Sieger usw.

Es waren ja tolle Autos da - die ProtoChampSeries wurden wirklich toll präsentiert. Der Rex von Frank Winter, die Kraft-Cobra von Uwe Beckbye, der guttural klingende Tiger von Heiko Bösling, der BMW M3 von Michael Hirsch, der Lotus Europa von Jörg Duis (der schon eher ein Lotus 47 ist), der blitzsaubere VW Golf GTI von Robert Bösling, die beiden Spitfires von Torsten Mohnke und Jörg Hoffmann (letzterer sogar als "Ashley"!), die vier superschnellen Formelrennwagen von Sascha und Carsten Bloch, von Thomas Brandt und Wolfgang Basse, der absolut originale und mit Helm gefahrene Alfa Montreal von Wolfgang Sprogis, der grand-prix-weisse Porsche 911 von Klaus Schaffrath, der sehr schnelle und grüne Lotus Super Seven von Timmi, die engagiert gefahrene Heckflosse von Jens Schröder, der wiedererstandene Lotus Cortina von Jürgen Krull, der Renn-Mercedes von Michael Sielaff Connyfrei, der rote Fiat 500 (ein Ersatzwagen für den Abarth 1000 TC) von Victor Bloch und natürlich die beiden himmelblauen Freunde von Katia+Henner und Peter Hanke - und dem Classic Fish von Alexa und Gert Pollmann: Freunde, das war schon was!!!


WER WAR VORNE?

Es ist zwar uns allen nicht so wichtig, aber es interessiert dann doch immer! Also: In der Klasse der ProtoChampSeries war Platz 1 Wolfgang Basse, Platz 2 Thomas Brandt, Platz 3 Uwe Beckbye. Die rote Laterne: Platz 11 für Gert Pollmann... Und in der Klasse der Sport- und Rennsportwagen? Platz 1 Klaus Schaffrath vor Timmi auf Platz 2 und Jürgen Krull auf Platz 3....


DAS FAZIT

Wenns irgendwie geht: Dann fahren wir natürlich wieder hin!



Und hier nun die Ergebnisse:



Prototypen

Platz 1: Wolfgang Basse, Cuxhaven, Martini Formel 3 (59,78 Pkt.)

Platz 2: Thomas Brandt, Cuxhaven, Van Diemen Formel Ford 2000 (59,00 Pkt.)

Platz 3: Uwe Beckbye, Kiebitzreihe, Shelby Cobra 427 (55,68 Pkt.)

Platz 4: Jörg Duis, Groß Offenseth-Aspern, Lotus Europa 47 (55,20 Pkt.)

Platz 5: Sascha Bloch, Berlin, Lotus 61 Formel Ford (52,80 Pkt.)

Platz 6: Michael Sielaff, Hameln, Mercedes-Benz 190 E 2,6 (51,30 Pkt.)

Platz 7: Carsten Bloch, Berlin, Royal RP 24 (49,82 Pkt.)

Platz 8: Frank Winter, Allersehl, Rex SP 1 (49,28 Pkt.)

Platz 9: Peter Hanke, Neumünster, VW-Käfer (46,44 Pkt.)

Platz 11: Gert Pollmann, Böhmfeld, Classic Fish (38,76 Pkt.)

Punktestand der Prototypen nach dem vierten Lauf:

Platz 1: Michael Sielaff, 28 Punkte

Platz 2: Gert Pollmann, 12 Punkte

Platz 3: Sascha Bloch, 10 Punkte

Platz 4: Wolfgang Basse, 9 Punkte

Platz 5: Carsten Bloch, 8 Punkte

Platz 6: Uwe Beckbye, 7 Punkte

Platz 7: Lars Hoffmann und Thomas Brandt je 6 Punkte

Platz 9: Laura Hoffmann, 4 Punkte

Platz 10: Peter Hanke und Jörg Duis je 3 Punkte

Platz 12: Alexa Pollmann und Frank Winter je 2 Punkte

Sport- oder Rennsportwagen

Platz 1: Klaus Schaffrath, Hamburg, Porsche 911 SC (58,28 Pkt.)

Platz 2: Rainer Timm, Berlin, Lotus Super Seven S 2 (57,96 Pkt.)

Platz 3: Jürgen Krull, Braunschweig, Ford Lotus Cortina (56,40 Pkt)

Platz 4: Victor Bloch, Berlin, Fiat 500 (53,76 Pkt.)

Platz 5: Jens Schröder, Halstenbek, Mercedes Heckflosse (53,58 Pkt.)

Platz 6: Jörg Hoffmann, Sehnde, Triumph Ashley GT MK III (51,92 Pkt.)

Platz 7: Robert Bösling, Hamburg, VW Golf GTI (49,88 Pkt.)

Platz 9: Wolfgang Sprogis, Kiel, Alfa Romeo Montreal (48,76 Pkt.)

Platz 10: Heiko Bösling, Hamburg, Sunbeam Tiger MK II (44,00 Pkt.)

Platz 11: Katia Grosjean+Henner Ruth, Braunschweig, Triumph TR250(41,60 Pkt)

Platz 12: Michael Hirsch, Buxheim, BMW M 3 (33,48 Pkt.)

Platz 13: Torsten Mohnke, Lübeck, Triumph Spitfire MK 2 (ohne Wertung)

Punktestand der Sport- oder Rennsportwagen nach dem vierten Lauf:

Platz 1: Victor Bloch, 13 Punkte

Platz 2: Rainer Timm und Klaus Schaffrath je 12 Punkte

Platz 4: Henner Ruth, 10 Punkte

Platz 5: Harald Reiners, 9 Punkte

Platz 6: Martin Müller, Henrik Piepho, Jens Schröder und Katia Grosjean je 6 Punkte

Platz 10: Axel Gnutzmann und Jürgen Krull je 4 Punkte

Platz 13: Heinz-Werner Stelter, 3 Punkte

Platz 14: Hardy Hensel und Rolf Vogel je 2 Punkte

Platz 16: Jörg Hoffmann, 1 Punkt