ERSTER LAUF ZUR PROTOCHAMPSERIES



"HISTORIC CHALLENGE GROSS-DÖLLN" am 18.Juni 2021


"Ich habe Groß-Dölln noch nie bei Temperaturen unter 30 Grad erlebt" - das
war die Antwort des Sportwartes des Porsche Club Hamburg, Frank Ripp, als er
zwei Wochen vor der Veranstaltung gefragt wurde, wie denn das Wetter wohl
werden würde... nun, es waren 38 Grad...

Es ist ja fast schon Tradition, dass die ProtoChampSeries ihren Lauf in Groß-Dölln gemeinsam mit dem Porsche Club Hamburg durchführen. Wir ergänzen uns von der Interessenslage und auch von der menschlichen Seite her perfekt. Es macht einfach Spaß, immer im Wechsel gemeinsam auf die Piste zum Fahrsicherheitstraining zu gehen. Und die Unterstützung des Porsche Club Hamburg durch den Präsidenten Vitus Harder - einem sehr begabten und erfolgreichen Carrera-Cup-Fahrer - sowie dem Sportleiter Frank Ripp und dem Geschäftsführer Klaus Schaffrath (jawohl, es ist "unser" Klaus Schaffrath!) war perfekt und wunderbar. Die Veranstaltung lief trotz doch noch einiger Corona-Auflagen wie am Schnürchen - und zum Abendessen im Hotel Döllnsee wurden wir alle eingeladen. An dieser Stelle ein herzliches "DANKESCHÖN" an den Porsche Club Hamburg!


WER FUHR WIE?

Diesmal standen uns alle vier Module der schönen permanenten Rennstrecke (vom Formel 1-Architekten Thielke erbaut) zur Verfügung. Nun, man musste schon sehr aufpassen um sich das schnelle Aneinandereihen von anspruchsvollen Kurven und das auf und ab zu merken, da waren schon einige Lehrrunden notwendig! Aber es hat natürlich Riesenspaß gemacht, auf solch einer schönen Strecke nach so langer Pause mal wieder fahren zu können. Besonders die Lotus Super-Seven-Fraktion (Georg Hallau, Reinhard Timm, Marc-Philipp Schubert, Lars Vieten und Gert Weiss) konnten dies durch ihren beherzten Fahrstil zum Ausdruck bringen. Besonders Georg Hallau sah man es an, dass er wohl auch noch ganz andere Rennautos bewegt - leider lief sein Seven am Nachmittag nimmer, es ist wohl das Differenzial...Bewundernswert war mal wieder Gert Weiß: wie immer reiste er"auf Achse" an. Aus Koblenz! Glück hatte er auch: sein Motor machte auf der Heimfahrt Probleme. Fünf Kilometer von zu Hause entfernt...und die schaffte er auch noch...

Auch dieser Lauf war eine sogenannte Stilfahrt. Uwe Beckbye kam extra im neuen Ferrari Pista angereist unm mit mir gemeinsam die Wertung vorzunehmen: Trifft der Fahrer die Ideallinie? Stimmt die Sitzhaltung und der Gang? Passt er zu seinem Auto? Es gab einen unauffälligen aber eindeutigen Sieger: Sascha Bloch auf seinem Lotus 61, ein zierlicher Formelrennwagen in Keilform. Zweiter wurden Martin und seine Tochter Maja Mueller, ein eingespieltes Team. Im Büro sitzen die beiden tagtäglich auch nebeneinander - Maja aber links! Hat das für die Zukunft was zu bedeuten? Immerhin, eine Runde fuhr Maja bereits im Familien BMW E 30 im satten M3-Trimm. Den dritten Platz - und damit auch ein wunderschönes T-Shirt - erreichte in lässiger Souveränität der lässige Reinhard Timm. Manchmal saß Otto neben ihm. Timmy fuhr deshalb nicht langsamer. Und abends saßen die beiden in Teamkleidung nebeneinander - Berliner Stil halt...

Sehr flott war trotz einiger technischer Probleme Michael Bischoff unterwegs. Zuerst war die Benzinpumpe defekt (natürlich war bei Henrik Piepho Ersatz vorhanden), dann war es das Radlager - wohl ein Tribut an die Hitze. Einen solchen Tribut musste auch Torsten Ewers leisten: Sein neuer wunderschöner Porsche 968 im Cup-Design extra für die ProtoChampSeries aufgebaut lief wunderbar! Bis ein Schlauch platzte - dann war Schluss, Gottseidank so ziemlich am Ende der Veranstaltung. Aber wer Torsten kennt, weiß dass ihn das nicht aufregt: "Der ist doch wunderbar gelaufen, oder?". Sehr schön anzusehen ist immer der knallgelbe MGB GT von Matthias Baum, der nun ja schon einige Veranstaltungen bei uns "abgefahren" hat. Auch dieses Auto liegt wunderbar auf der Straße, so nach und nach lohnen sich die ganzen Detailarbeiten, die Matthias so nach und nach vornimmt. Ein Genuss ist immer wieder der Abarth 1000 TC von Victor Bloch, dem Senior der Bloch-Familie. Man sieht, dass dieses Auto und der drahtige Victor über die Jahrzehnte eine Einheit geworden sind. Aber wir hatten noch 'nen Senior: Axel Schubert auf seinem natürlich british-racing-grünen Austin Healey Sprite MK II - auch die beiden sind eine Einheit! Man weiß gar nicht, wo hört der Axel eigentlich auf und wo fängt der Sprite an? Schnell und ruhig aber immer mit dem tiefen grolligen Porsche-356-Sound ist Henrik Piepho mattschwarz unterwegs. Und ich bin mir sicher, dass dieses Auto ein paar PS mehr hat als seinerzeit 1963... Neu hinzugekommen ist Lars Vieten auf seinem ebenfalls knallgelben Caterham - ich glaube es hat ihm Spaß gemacht bei uns! In Putlos - also zwei Wochen später - ist er auch wieder dabei. Und staunend muss ich mir meinen Silver ansehen, perfekt und sehr flott gefahren von Georg Barton (teilweise in Begleitung seiner Frau Bani) und wirklich perfekt vorbereitet von seinem Mechaniker Shaqiu Parduzi. Der liebt einfach einfache Technik. Und so einfach ist die NSU-Technik eigentlich gar nicht...

Ein bisserl Pech hatte Carsten Bloch mit dem wunderschönen BMW 2002 im Renntrimm und in einem wunderbaren zeitgeistigen Orange. Ich glaube, er fuhr nur drei Runden. Aber immer noch besser, als ich in meinem SuperSportsRoadster: da war nach einer Runde Schluss, Thermostat defekt... Aber wenigstens die richtigen Vergaserdüsen konnten am Spätnachmittag noch gefunden werden...


ES WAR WIEDER WUNDERBAR!

Endlich mal wieder Benzingespräche, endlich mal wieder Motorengeheul,
oh, wie hat das uns allen die letzen neun Monate gefehlt. Und das herrlich
gemütliche Gequatsche am Abend! Wunderbar! Und um zwei Uhr nachts
waren wir schon fertig...


Und hier nun die Ergebnisse:


1
Sacha Bloch (Lotus 61) und Georg Hallau (Lotus Super Seven)
49 Punkte

2
Martin Mueller (BMW E 30 Rennsport)
46,5 Punkte

3
Reinhard Timm (Lotus Super Seven)
45,5 Punkte

4
Gert Weiß (Lotus Super Seven VM) und Axel Schubert (Austin-Healey Sprite)
45 Punkte

5
Michael Bischoff (Tiga SC 80)
44,5 Punkte

6
Marc-Philipp Schubert (Caterham Super Seven) und Victor Bloch (Fiat Abarth 1000 TC)
44 Punkte

7
Torsten Ewers (Porsche 968)
41 Punkte

8
Georg Barton (Pollmann Silver) und Matthias Baum (MGB GT V8)
39,5 Punkte

9
Henrik Piepho (Porsche 356)
39 Punkte

10
Lars Vieten (Caterham S3 Super 7)
38 Punkte